Vom Chari über den Dancook zum Napoleon?!?

Für alle die Hilfe bei der Kaufentscheidung für Grills und Zubehör benötigen.

Moderator: Mod-Team

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MetalM77
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11.06.2017, 14:19

Moin Moin,
Nachdem ich vor ein paar Jahren meinen chari gegen den dancook 1400 eingetauscht habe, steht jetzt der nächste evolutionsschritt ins Haus. Wobei ich dieses Mal nicht den Fehler mache, mich von vorhandenem grillgrät zu trennen. :pfeif:

Mein grillprofil schaut wie folgt aus: ganz klassisch mit der Familie, Nachbarn und Freunden auf der Terrasse Grillen. Wurst, nackensteak, hähnchenbrust, Schaschlik, aber auch gerne Steak (entrecote und Rumpsteak). Dazu dann auch gerne mal etwas Brot, Mais und anderes Gemüse auf dem Grill. Das passiert im Schnitt 50x im Jahr. Zusätzlich max. 3x im Jahr pulledpork. :clap:

Das alles klappt sehr gut mit dem dancook 1400. beherrsche die Kugel inzwischen, wir sind ein richtiges Team geworden. :cheers:

Nun bin ich aber angefixt von der Idee mit einem Gasgrill ist alles besser. Dabei geht es mir vor allem um die Möglichkeit, den Grill kurz nach der Arbeit anzuschmeißen und eine kleine vergrillung vorzunehmen. Ohne langes Kohle durchglühen lassen zu müssen. Getreu dem Motto... je eher da ran, desto eher davon. Sprich 18 Uhr nach hause kommen, Grill anschmeissen, 18:30 futtern und ab dafür. Mein Blick fiel dabei auf den Napoleon Rouge 3. grillfläche gross genug, auch für Steak geeignet, Edelstahl.
Leider liegt der Napoleon etwas über meinem Budget. 500euro hatte ich veranschlagt, vielleicht kann ich noch Geburtstag und Weihnachten dieses Jahr mit reinnehmen, dann krieg ich wohl auch 700€ von der Regierung frei gegeben. Wisst ihr eine Alternative die in meiner Preisvorstellung liegt und meinen Bedürfnissen entspricht? Die Markt für Gasgrills scheint mir sehr unübersichtlich und ich bin eher der Typ, gleich etwas wertigeres zu kaufen, anstatt nach einem Jahr erneut lostigern zu müssen. Macht die Umstellung auf Gas überhaupt Sinn?
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Firedancer
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11.06.2017, 14:37

MetalM77 hat geschrieben: Macht die Umstellung auf Gas überhaupt Sinn?
Jein dürfte da die korrekte Antwort sein. ;)

Ja, das Aufheizen geht natürlich schneller, allerdings bezweifel ich mittlerweile immer mehr den Nutzen eines Gasgrills im Sinne von Unterhitze durch einen Rost. Klar, wenn das Teil noch ne Rotisse hat, dann ist es auch vielseitiger...und jetzt kommt das dicke ABER: Wenn Du eine Plancha nimmst, hast Du all das für einen geringeren Preis. Da Du ja eine Kugel für indirektes Arbeiten hast, würde der Gasgrill nur für die direkten Arbeiten genutzt werden (zumindest hoffe ich das) und damit würde eine Plancha ausreichen.

Allerdings kann man da Fleisch deutlich schlechter nachziehen lassen, da Du immer nur direkte Hitze hast.

So, und nun überlasse ich den Napoleon_Profis das Feld.
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Pepsi
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11.06.2017, 15:10

Firedancer hat geschrieben: Ja, das Aufheizen geht natürlich schneller, allerdings bezweifel ich mittlerweile immer mehr den Nutzen eines Gasgrills im Sinne von Unterhitze durch einen Rost. Klar, wenn das Teil noch ne Rotisse hat, dann ist es auch vielseitiger...und jetzt kommt das dicke ABER: Wenn Du eine Plancha nimmst, hast Du all das für einen geringeren Preis. Da Du ja eine Kugel für indirektes Arbeiten hast, würde der Gasgrill nur für die direkten Arbeiten genutzt werden (zumindest hoffe ich das) und damit würde eine Plancha ausreichen.
Allerdings kann man da Fleisch deutlich schlechter nachziehen lassen, da Du immer nur direkte Hitze hast.
Das würde ich so auch unterschreiben. Das mit dem "nachziehen" könnte man mit ner schönen Gaskugel umschiffen, die sich entspannt runter regeln lässt.
Oder so einem kleinen Travel Pro Q, für sie "schnelle Nummer".

Mein grosser Gastrümmer kommt, wenn ich so richtig drüber nachdenke, eigentlich auch nur noch für die Rotissen-Geschichten zum Einsatz. Und wenn Besuch da ist, mal zum warmhalten von Beilagen oder Teller anwärmen.

Ich glaub ich würd mir keinen mehr kaufen.

Edit: Der Ex vom Jürgen kann alles, was der Napi auch kann! ;-)

http://forum.mybbq.net/viewtopic.php?f=24&t=47314
Zuletzt geändert von Pepsi am 11.06.2017, 15:13, insgesamt 2-mal geändert.
:winke:
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ulemu
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11.06.2017, 15:33

Klärt mich mal bitte auf, warum ich bei einem grossen Gasi nicht so gut indirekt grillen kann. Wenn der Grill 4 Brenner hat und ich nur einen zünde, dann hab ich doch ein grosse indirekte Zone.
Oder versteh ich da als Kugelgriller irgendwas falsch?
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... wenn es blutet, können wir es grillen ...
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11.06.2017, 17:34

MMf... da kommen mir erstenzweifel. Vielleicht tut es ja auch ein Travel Pro Q... muss mal in mich gehen...
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Pepsi
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11.06.2017, 19:20

ulemu hat geschrieben:Klärt mich mal bitte auf, warum ich bei einem grossen Gasi nicht so gut indirekt grillen kann. Wenn der Grill 4 Brenner hat und ich nur einen zünde, dann hab ich doch ein grosse indirekte Zone.
Oder versteh ich da als Kugelgriller irgendwas falsch?
Die Schwächen liegen m.E. eher beim direkten Grillen. Und so hatte ich FDs Zeilen auch verstanden:

"allerdings bezweifel ich mittlerweile immer mehr den Nutzen eines Gasgrills im Sinne von Unterhitze durch einen Rost"

Für ne Standbratwurst reichts. Aber viel anderes würde ich auch nicht drauf machen.
Ist eher ein Backofen als ein Grill.

Meine Meinung... und ja, ich hab auch paar "GasGrillBigNames" im Bekanntenkreis. Hauen mich alle nicht mehr um.
Insbesondere vor den wahnsinns Preisen.
:winke:
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Som
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12.06.2017, 07:22

Wenns dir vor allem um die Geschwindigkeit geht, kannst du ja auch deine Anzündmethode überdenken.

Wenn ich es eilig habe, nehme ich nicht den AZK, sondern die Kohle direkt in den Grill (auf die erstickten Reste vom letzten Mal), föhne mit dem Heißluftföhn (Dragonfire, 5 Jahre alt, vergleichbar Looftlighter) mehrere Glutnester rein.
Mit nicht allzu großstückiger Kohle ist nach 10-15min die Glut soweit, dass man grillen kann.
Und diese 10-15min brauche ich auch immer zum herrichten des Grillguts, öffnen des Schutzbieres etc.(mindestens)

Also, ich behaupte, von "Heimkommen" bis "EssenaufdemTisch" brauche ich nur unwesentlich länger als mit einem Gasi.

Ich habe mir im Dancook auch eine Stein-Trennwand reingestellt, so dass ich eine saubere Trennung zwischen direkter und indirekter Zone habe. So bekommt indirektes Gargut keinerlei Strahlungswärme mehr ab und zusätzlich bekomme ich einen besseren Kamineffekt in der Glut.
Trennstein.jpg
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Aber in einem gebe ich dir recht: ein Grill alleine reicht nicht!
Kauf dir lieber einen zweiten Holzkohlegrill. :mrgreen:

Gunther
Am Ende wird alles gut.
Ist es nicht gut, ist es nicht zu Ende.
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Firedancer
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12.06.2017, 19:29

Pepsi hat es genau richtig verstanden und erklärt. Ich sehe immer weniger Anwendungszwecke die ein großes Gasmopped rechtfertigen.
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juergen72

12.06.2017, 19:42

Wenn ich mir anschaue, wie schnell man am Start ist, wenn man den AZK auf den Wokbrenner stellt, kann der Gasi nicht so arg viel schneller sein, hatte ja die letzten drei Wochen reichlich oft den Vergleich im fast 2tägigen Wechsel.
Schätze mal, nur wegen der Geschwindigkeit bis startklar werde ich den Cadac nicht wirklich vermissen.
Gasi ist halt sauberer, kein Kohlenstaub/Asche etc.

Bei Bedarf an Fläche für direkte Massenverköstigung: Chari SmokinPro und 2-3 AZK rein, läuft und mit den Gussrosten eh mehr als cool :mrgreen:
Ebenso Spieß, da hatte ich ja den Cadac und den Chari mit den Halterungen ergänzt, also auch kein Verlust.
Pizza backen: 2 AZK in die 60e Rösle, fertig, da war der Cadac eher unterlegen bzgl. Temperatur.
Indirekt: da hat der Rösle den wendebaren Kohlerost, wo man sehr einfach Minion legen kann.

Und da war noch das Gas-BBQ-Fass mit dem 2-Kreiser Paellabrenner für alles (Un-)Mögliche an Indirekt und Longjobs.

Ob da ein großer Gasbolide noch Sinn machen würde?
Lieber den Napi Travel Pro, auch als Reisegrill nutzbar.
MetalM77
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14.06.2017, 15:56

Vielen Dank für die Anregungen. Habe heuer knapp 50 Kilo Briketts bestellt, daher wird sich eine Entscheidung noch hinziehen und bis dahin erstmal weiter in Kohle gegrillt. Wenn es neues grillgerät gibt, halte ichneuch natürlich auch auf den laufenden. :keineahnung:
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Cabrito
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16.06.2017, 16:03

Ich behaupte jetzt auch mal als passionierter Holzkohlegriller, dass ich meine Kugel (Cadac Neoway 57) fast genauso schnell grillbereit habe, wie einen Gasgrill.
Natürlich drehe ich beim Gasi nur die Flasche auf und zünde den Brenner. Aber selbst bei meinem alten Weber Spirit odem dem ODC Ascona brauche ich ca. 5 - 10 Minuten Vorlaufzeit, bis der Grill richtig auf Temperatur kommt. So auch bei guter Holzkohle. Und seitdem ich den kleinen Grill n' Smoke Patio habe, stehen die Gasis mehr oder weniger unter der Plane und ziehen staub.
Wenn es im Himmel kein Fleisch und kein Metal gibt, dann möchte ich dort nicht hin.
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honza
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16.06.2017, 17:50

Ich denke die absolute Zeit die Gasi oder Kohlegrill brauchen ist nicht so entscheidend.
Die Frage ist was man in der Zeit macht.

Beim Gasi dreh ich die Flasche auf, den Regler am Grill auf, zünde und während der Grill unbeobachtet aufheizen kann hab ich Zeit für anderes. Zeit die effektiv genutzt werden kann z.b. für die Vorbereitung des Essens.

Bei Holzkohle bin ich doch mehr an den Grill gefesselt.

Und nach dem Grillen wird der Gasi ausgeschaltet und gut ist.

So schaff ich das in der Mittagspause mir auf dem kleinen Q100 Burger zu grillen. Mit Holzkohle unmöglich.

Grill ich am WE für Familie und Freunde ist mir das alles völlig egal. Da geht Gemütlichkeit vor Effizienz.

Einen kleinen Gasi als Steak und Burgermaschine kann ich aber bedenkenlos empfehlen.
Der ergänzt in meiner Grillecke super den Kamado und die Kugel.

Für die Terasse neben der Küche wünsche ich mir manchmal noch einen zusätzlichen Grill. Gas hat da Vorteile was Sauberkeit und Sicherheit angeht( Holzdeck) Da würde mir auch ein Kleiner reichen. Aber ein großer "Haubentaucher" hätte den Vorteil das kein extra Tisch benötigt wird und Flasche und Zubehör im Grill verschwinden.
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Bäiderlasbou
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16.06.2017, 21:31

Für alle Sachen die direkt angegrillt werden und dann indirekt nachziehen, z.B. alle Arten von Steaks, fränkische Bratwürste (sonstige Bratwürste .... ;, die einzig wahren .. sind natürlich fränkische .. :ironie: ) ist der Chari/My.BBQ.net: Classic/Outlander .etc. der perfekte Grill (O.K. auch ein Weber, Rösle, Dancook, etc. ... ;) )

für indirekte Sachen und/oder mit Backburner ist ein GASI schon sehr cool ... :Daumen:

eigentlich braucht man beides .... :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Auf einem Napoleon habe ich bisher nur einmal gegrillt und das hat mich leider absolut nicht überzeugt....da kann jeder Chari/My.BBQ .... mindestens genauso viel .... ;)
Zuletzt geändert von Bäiderlasbou am 16.06.2017, 21:32, insgesamt 1-mal geändert.
:cheers:
LG Ingo

Tradition ist nicht das Aufbewahren von Asche sondern das Erhalten der Glut
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19.07.2017, 08:42

Hi,
interessanter Diskussionsverlauf hier. Ich dachte sonst immer, wenn einer mit dem Gasgrill liebäugelt, dann wird er ganz schnell über die "Klippe geworfen" und bestärkt.

Mir ging es lange Zeit ähnlich, wobei ich lange auf der Klippe verharrt habe und meinem Kohleschwenkgrill die Treue gehalten habe. Aber der Gasgrillwunsch war jedes Frühjahr wieder neu da.

Gelandet bin ich beim Dankcook 1800 und könnte nicht glücklicher sein. Gegrillt wird im Garten und wenn ich irgendwo anders hingehe nehme ich den Schwenker mit.

Was die Geschwindigkeit angeht, so mag es auch an der Kohle liegen. Ich bin recht schnell bei der Greek-Fire gelandet und seitdem liegt meine andere Kohle nur noch in der Ecke.

Auch für ein schnelles Grillen nach der Arbeit ist es kein Thema. Greek Fire aufrecht in den AZK, 3 Holzwolleanzünder drunter, die (ungekochten) Backkartoffeln gleich mit oben auf den AZK damit die schon mal Hitze ziehen können. Dann kann ich mich um Salate, Melonen, Tischdecken und sonstwas kümmern. In 15-20 Minuten ist die Kohle so heiss, dass ich den AZK (den von Weber) nur noch mit der Zange auskippen kann.

Grillen wie gehabt und wenn alles fertig ist mach ich die Luftzufuhr aus und die Möhre ist nach dem Essen (OK, meisst erst nach dem Abdecken) so weit wieder runtergekühlt, dass ich den Grill wieder unter den Dachüberstand stellen kann. Die Kohle wird beim nächsten mal einfach wiederverwendet. Überhaupt ist das der Hammer wie lange ich mit so einem 10kg Pack Greek Fire auskomme. Auf dem Schwenker hab ich immer einfach einen grossen Haufen Baumarktkohle genommen. Gefühlt hab ich da alle Nase lang (irgendeine) Baumarktkohle nachgekauft die dann nach dem Grillen vor sich hingeglimmt hat.

Auch beim Grillen bei irgendwelchen Schul- oder Fussballevents der Kinder mit dem Schwenker sind die Greek Fires Gold wert. Da nehme ich mir einen Eimer mit und lösche die GF im Wasser. Die Schale des Schwenkgrills ist so innerhalb von Minuten so kalt, dass ich die ganze Fuhre wieder in den Kofferraum laden kann. Und die Kohle wird dann einfach beim nächsten mal zuhause weiterverheizt. Da staunen jedesmal einige wo der Grill jetzt so schnell hin ist.

Ich will nicht sagen, dass ich ganz geheilt bin vom Wunsch nach einem Gasgrill (besonders das Temperatur halten über lange Zeit habe ich noch nicht ausoptimiert), aber vorerst hat die liebe Seele ihre Ruh.

Gruss
ede
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